Eine kleine Nabelschau

Ein Zwischenstand. Ich bin seit rund zwei Wochen dabei, hier zu schreiben, in dieser Woche habe ich mich zum ersten Mal zu einem Thema verpflichtet. Es tauchen Fragen in mir auf und auch ein paar kleine Erkenntnisse und eine Entscheidung.

Die schöne Erkenntnis zu erst: Ich mag schreiben, es tut gut und ordnet, diese Seite hat etwas Verpflichtendes, das kann bedrängend aber auch sehr hilfreich sein. Es ist angenehm zu wissen, dass das Geschriebene eine Möglichkeit ist, ein Angebot schließlich muss es niemand lesen – auch das ist eine Erkenntnis aus dem Kosmos des Offensichtlichen.

Ich rätsele, ob der Titel der Seite stimmt, Vermehrt Schönes. Das ist wohl meine größte Frage. Wie es dazu kommt? Die Aufforderung, Schönes zu vermehren, oder vielmehr den Blick darauf zu lenken, leuchtet mir ein – so als Lockstoff zurück in die Welt, wie ich es zu Beginn beschrieben habe. Auf der anderen Seite möchte ich die anderen Farben, die das Schöne als solches um so heller leuchten lassen, auch nicht in die Ecke stellen oder verwischt wissen. Sie sind ja da, sie gehören dazu und so stoße ich mich daran, dass der Titel so einseitig ist. Zudem kann ich beobachten, dass ich verstummen will, wenn es dann eben nicht schön ist, weil es ja nicht zum Titel passen würde. Es liegt mir nicht, nur eine Facette zu beschreiben. Auf der anderen Seite hatte ich in der letzten Zeit mehr als genug Möglichkeiten, mich mit der Düsternis auseinanderzusetzen und wäre mal bereit für etwas anderes. Doch das ist nicht alles, die Frage rührt auch daher, dass ich mir so gerne abgewöhnen würde, nur die helle, freundliche, leichte Seite zumutbar für andere Menschen zu finden – da spiegelt sich im geputzten Glas meines Blogs eine meiner Ängste oder Reflexe. Setze ich das hier so fort? Ändere ich den Titel? Nervt es nicht? Anderer Leute Farbspektrum mag ich übrigens uneingeschränkt – um hier nochmal auf das Schöne zurückzukommen.

Also wähle ich jetzt einen anderen Arbeitstitel: beziehungsweise. So wollte ich die Seite ursprünglich nennen, doch das war vergeben, so taucht es jetzt wieder auf. Ich bleibe bei meinem Versuch und öffne das Feld ausdrücklich für alles, was das Leben hergibt, ohne die Lust am Schönen im Kleinen zu opfern.

So viel zur kleinen Nabelschau, das nächste Brillenexperiment folgt bestimmt. Bis bald!

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