Mein erster Feldversuch hat mich ins Städtchen geführt. Menschen auf Rädern, Kinder auf Rollern, zu Fuß, sitzend. Wäre ich ein Mensch aus einem gänzlich anderen Kulturkreis hätte ich sicherlich größte Mühe, überhaupt Unterschiede festzustellen, abgesehen von Alter und Höhe vielleicht. Schon bei Männlein oder Weiblein würde es schwierig werden – aber schließlich sind wir ja als Gesellschaft auch dabei, uns von biblischem Verständnis der Geschlechterrollen zu lösen – insofern half es, ganz weit zurückzutreten und die Flanierenden in Ruhe wirken zu lassen.
Ich beobachtete also eine Weile und hörte recht entspannt, freundlich distanziert dem Chor meiner öden Standardbeurteilungen zu, bis Ruhe einkehrte und die Frage auftauchte, warum manche Menschen so viel Schönes ausstrahlen und andere derart schwer an sich zu tragen haben. Diese Ausstrahlung ließ sich nicht auf modische, junge, solche in Gesellschaft oder Einzelgänger, dicke oder dünne Menschen münzen. Es wirkte wie ein feine Übereinstimmung mit sich selbst, so, als würde man zwei Bilder aufeinander legen und es passt, strahlt, während im Gegenteil, bei schleppenden Menschen das Bild verrutscht war oder zerknittert. Besonders augenfällig war es bei Verliebten, die sind im Reinen mit sich, gesehen mit dem liebenden Blick, freudvoll, leicht und im Glück.
Wir werden uns niemals von außen sehen, wie andere es tun. So wächst mein Rätsel, während ich meinen Cappuccino bezahle und aufstehe, was ich sehen würde, wenn ich mir in der Menge begegnete.