Ich bin über eine Stufe gestolpert, die ich in der Vorfreude auf meinen Selbstversuch hier und im Rausch der ersten sichtbaren Schritte nicht bemerkt habe. Schließlich machen die kleinen Schritte den Weg und beim Stolpern blicke ich unvermittelt auf die Füße und verliere den Horizont aus dem Blick. Glücklicherweise drängt die Stufe sich so plump auf, dass es kein Drumherum gibt: ich nehme mir vor Balance zu üben, dafür Pausen zu machen und mir und meinem Vorhaben treu zu sein.
Was ist das für einer?
Ich bin fasziniert von Vögeln und könnte ihnen stundenlang zuschauen, verfolgen, wie behende sie sich tragen lassen, auf wippenden Zweigen schaukeln oder ganz oben im Baum kraftvolle Lieder flöten. Ganz altmodisch habe ich gestern mithilfe eines Vogelbestimmungsbuchs versucht ein solches flinkes Federtier zu benennen. Dafür müsste ich wissen, ob es z.B. ein Seidenschwanz ist, auch eine Braunelle wäre möglich oder irgendeiner, so ein Buch ordnet die Vögel schließlich. Ich blättere. Irgendwann entscheide ich mich für einen Zwergschnäpper von der Seite der Schnäpperverwandten – einfach, weil ich das Wort mag – und ich lese. Dabei frage ich mich welcher Vogel so lange stillhält, dass ich all die typischen Merkmale an dem winzigen Tier ausmachen könnte, wie z.B. helle Augenringe. Am Ende des Textes stoße ich auf das Lied des Zwergschnäppers – hier waren eindeutig die Grenzen des Buches erreicht und ich musste mich kurz vergewissern, ob es nicht doch von Loriot war:
Zitat:
Gesang beginnt mit spitzen Tönen, gefolgt von rhythmischen zweisilbigen Elementen und abfallendem Schluss etwa
sri sri
wüd wüd
eida eida
dü dü düh
srrt
tck tck
ilü ilü
Alles klar?