Vermehrt Schönes: Worum es geht

Der kleine Anfang vor zwei Tagen hat mich selbst überrascht – spontan und stimmig war das! Was habe ich hier vor? Ich locke mich zurück ins Leben und lade euch ein, immer mal durch dieses Fenster zu schauen und mich dabei zu begleiten. Der Lockstoff ist das alltäglich Schöne. Oftmals ist es so klein, dass es sich auf den ersten Blick nicht zeigt, oder es passt sich gekonnt der Umgebung an, wie ein Chamäleon, und entzieht sich. Manches tarnt sich als Wiederholung, umgibt sich mit einem Nebel von Bedeutungslosigkeit oder, noch tückischer, nervt einfach. Ich will mich diesen gleichzeitig verborgenen und doch offensichtlichen Begleitern auf verschiedene Weise nähern, will probieren, wie sie sich zeigen und herausfinden, ob sie als Lockmittel taugen. Dafür probiere ich verschiedene Brillen aus, mehr verrate ich hier noch nicht.

Und warum das alles? Dafür muss ich etwas ausholen, mich umdrehen und einige der Fußspuren beschreiben, die ich in den letzten Monaten hinterlassen habe, ein Ausflug in unebenes Gelände, das ich irgendwie durchquert habe um anzukommen, wo ich jetzt bin. 

Ich bin aus der Welt gefallen. Das ist die kurze Antwort, vielleicht genügt sie manchen schon, weil sie doch alles transportiert, was es zu sagen gibt. Oder länger: Eine Depression hat mich aus der Kurve geworfen, hat mich veranlasst, alles in Frage zu stellen, das Leben in ein trübes und düsteres Licht getaucht und festen Grund in Morast verwandelt. Ohne geduldige und bedingungslos liebevolle Menschen, die mich begleiten, würde ich meinen Text jetzt nicht so kühn und laut allen zumuten – ohne diese Menschen ginge es gar nicht. Doch jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich mich selbst locken möchte. Köder auslegen, wie diese Seite, vielleicht entsteht ein Resonanzraum, vielleicht einfach nur eine Dokumentation meines Experiments.

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